Weinbau in Serbien

Die Geschichte

Der Weinbau in Serbien hat eine jahrhundertealte Tradition, die historisch auf das Wirken der Thraker und Griechen zurückgeht. Unter den 54.000 ha.

Rebflächen sind die syrmische Fruška Gora, die Vršačke gore im Banat, die Timočka krajina in Ostserbien, der Toplički okrug um Kruševac und allgemein die Landschaften der Grossen und Südlichen Morava (mit Zentren in Smederevo und Vranje) bedeutende Weinproduzenten.

Regionale Sorten wie der dominierende Prokupac sowie Kadarka, Tamjanika, Smederevka, Vranac und Krstač werden für sortenreine autochthone Weine oder Verschnitte mit Riesling, Spätburgunder, Gamay, Merlot oder Cabernet Sauvignon gekeltert.

Die Anbaugebiete

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Wichtige Weinanbaugebiete Serbiens sind die Župska regija (Westliche Moravaregion - Aleksandrovac, Kruševac), Toplička regija (Toplicaregion - Prokuplje, Kuršumlija), Timočka regija (Timokregion - Negotin, Knjaževac), Južnomoravska regija (Südliche Moravaregion - Vranje) und Metochien sowie die Fruškogorska regija in Vojvodina.

Die Antike

Der Weinbau der Serbien reicht bis in die Römerzeit zurück. Nachdem Domitian 92 n. Chr. den Weinbau ausserhalb des Apennin in den römischen Provinzen verboten hatte, dauerte es bis ins 3. Jahrhundert, bis Marcus Aurelius Probus den Weinbau in Pannonia, Moesia und Gallica wieder erlaubte. Es wird angenommen, dass die Rebkultur auf heutigem serbischen Gebiet erstmals wieder an den Abhängen der Fruška Gora in Syrmien, wo Probus in der spätantiken kaiserlichen Residenzstadt Sirmium geboren wurde, wiedereingeführt wurde. 

Dem Kult des Dionysos zentral verbunden war die Palastanlage von Felix Romuliana 12 km vom heutigen Zaječar die Kaiser Galerius für seine Mutter Romula und sich als Altersruhesitz erbauen liess. 
Der Altersruhesitz des Galerius verfolgte daher auch eine duale ideologische Ausrichtung die der Verbindung von Galerius mit Dionysos in der sich Galerius als lebender Gott verherrlichen liess.

Die Mosaik-Darstellung des Dionysos am Eingang des grossen Trikliniums im Palas zeigt diese sublime Anspielung, aber auch weitere Motive weisen auf den Kult des Dionysos hin: Putten bei der Weinlese, Weinreben mit Trauben, Kantharoi auf den Pilastern an den Torfassaden, aus denen eine Weinrebe heraustritt, sowie ein Architrav, auf dem höchstwahrscheinlich der Kopf des Dionysos dargestellt ist - auf beiden Seiten von Pantherpaaren umbeben, die aus einem krater (Mischkrug) trinken.

Zaječar ist bis heute mit Negotin das Zentrum der ostserbischen Weinbauregion der Timočka Krajina.

Die römische Epoche dauerte in Südosteuropa noch mindestens ein Jahrhundert länger als in Westeuropa. Justinian I gründete selbst noch Justiniana Prima als neues kirchliches Zentrum der prätorianischen Präfektur Illyricum, welche gänzlich vom Reissbrett aus entworfen wurde.

Die sechzehn ergrabenen Basiliken und Kirchen haben die zentralen spirituellen Funktion der Bischofsstadt im Balkanraum bewiesen, aber auch die Handelsfunktion ist durch den Fund von erst 2014 entdeckten sechs Trampeltieren als bedeutsam anzunehmen.

Aus dem liturgischen Gebrauch des Weins währende der grossen christlichen Feste hatte die Rebkultur um das damalige Justiniana prima weitere Bedeutung gewonnen und ist in der Toplička regija bis heute als einem der Zentren des serbischen Weinbaus erhalten. Sie gilt überdies als Ursprungsgebiet und engere Heimat der Prokupac Rebe.

Mittelalter

Die Ausbreitung des Christentums zu Beginn des Mittelalters hatte sich im Besonderen positiv auf die Entwicklung der Rebzucht und den Weinbau auf dem heutigen Gebiet Serbiens ausgewirkt, indem die neuzugesiedelten Slawen die Weinherstellung erlernten.

Auf die weitere Verbreitung des Weinbaus hatten die serbischen Herrschaftshäuser der Vlastimirovići sowie den Višeslavići vom 9. bis 12. Jahrhundert weiteren Einfluss.

Ein Aufblühen der Weinkultur erlebte der Weinbau dann unter der Herrschaft der Nemanjicen (12-14 Jahrhundert). Klöster sowie die Landgüter der Adligen wurden Träger einer sich entwickelnden grossen Weintradition. Die Klöster legten ihre Weinberge in sogenannten Metochi an, klösterlichen Landgütern. Die Metochi der Klöster Visoki Dečani und Dević lagen in Velika Hoča, das Metoch des Klosters des Serbischen Patriarchats Peć in Orahovac. Dabei wurden in Velika Hoča bei archäologischen Untersuchungen Pithoi gefunden, die auf eine vorhergehende römische Tradition hinweisen.

Historische Quellen erwähnen auch, das Stefan Nemanja den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Friedrich Barbarossa während des Dritten Kreuzzugs bei der Reise ins Heilige Land in Niš 1189 mit Wein empfing.
Alle weiteren serbischen Herrscher widmeten sich intensiv dem Weinbau. Stefan Uroš II Milutin förderte den Weinbau im Kosovo, Stefan Dragutin als König der Mačva in der Pocerina und Syrmien.
Während der Regierungszeit des Zaren Stefan Dušan wurde der Weinbau um Prizren in Orahovac, Mala- und Velika Hoča sowie Suva Reka intensiviert.


Als Stefan Uroš III Dečanski seine Grablege bei Peć errichtete, übergab er seiner Grablege Visoki Dečani ebenso Weingüter in Velika Hoča. Bis heute existiert der Weinberg und -keller des Klosters(Vinarci manastira Visokog Dečana) im Ort. Metochische Reben wurden noch in der Regierungszeit Đurađ Brankovićs nach Belgrad und Smederevo exportiert. Den Export metochischer Weine regelte eine Verordnung Zar Dušans von 1350, in der auch die Taxierung festgesetzt wurde. Damit besass dieses Agrargut im feudalen serbischen Reich eine hohe wirtschaftliche Bedeutung.

Nachdem die Serbischen Herrscher ihre ehemaligen Residenzen in Prizren und Skopje sukzessive in den Norden verlegten, nahmen sie auch autohtone Sorten aus Metochien auf diesem Weg mit. Um die neuen Residenzen in Kruševac, Belgrad und Smederevo wurden neue Weinberge errichtet. 

Zahlreiche Fresken des spätmittelalterlichen Serbischen Despotats illustrieren die kultische Funktion die der Wein als Sakrament in der christlichen Spiritualität und der Ikonographie einnahme. In der von einer intimen und verfeinerter höfischer Kunst geprägten Epoche bildete das Vordringen der Türken nach der Amselfeldschlacht eine als Endzeit empfundenen historischen Abschnitt.
So zeigt ein bedeutendes Fresko der Palaiologischen Renaissance im Kloster Kalenić die Hochzeit zu Kana als intime Darstellung des Vorgreifens des Martyriums Christi das die biblische Darstellung des Weinwunders von Kana illustriert.
Im Spiel der Gesten zwischen Bräutigam und Braut, in dem der Bräutigam den Finger der Braut mit einem spitzen Messer ritzt um das Zeremoniell eines uralten vorchristlichen Brauchs — mit Wein vermischtes Blut zu trinken - ist in typisch serbischer Verknüpfung heidnischer und christlicher Sitten ein tieferer Sinn verborgen.
Der Wein von Kana wird hier als kommendes Blut Christi gedeutet und steht exemplarisch im Zeitempfinden der Serben im Spätmittelalter, die den Untergang der byzantinischen Kultur und Eigenstaatlichkeit vor Augen hatten.


Mit der osmanischen Eroberung wurde die Weinproduktion verboten. Wein wurde jedoch illegal hergestellt und unter den serbischen Einwohnern gehandelt.